Das Wichtigste in Kürze
Wenn Ihr PC nicht startet, beobachten Sie zuerst genau, was passiert: kein Lebenszeichen, schwarzer Bildschirm, Neustartschleife oder ein blauer Fehlerbildschirm. Für jeden Fall gibt es ungefährliche erste Schritte. Windows bringt außerdem eigene Reparaturwerkzeuge mit, die viele Startprobleme selbst beheben können. Aufhören sollten Sie, sobald es nach Hardwareschaden klingt oder riecht, oder bevor Sie etwas tun, das Ihre Dateien löschen könnte.
Erst beobachten, dann handeln
„Startet nicht“ kann vieles heißen. Nehmen Sie sich eine Minute und ordnen Sie ein, was Sie sehen und hören:
- Kein Lebenszeichen: Keine Lüfter, keine Lämpchen, nichts.
- Lüfter laufen, Bildschirm bleibt schwarz: Der Rechner bekommt Strom, aber es erscheint kein Bild.
- Startbildschirm, dann Neustart oder „Automatische Reparatur“: Windows beginnt zu laden und bricht ab.
- Blauer Bildschirm mit Fehlermeldung: Windows ist auf einen schweren Fehler gestoßen und hat angehalten.
Notieren Sie außerdem, was sich kurz vorher geändert hat: ein Update, ein neues Programm, ein neues Gerät, ein Stromausfall. Diese Information hilft Ihnen und jedem, der später helfen soll.
Fall 1: Kein Lebenszeichen
Prüfen Sie zuerst die Stromversorgung. Das geht gefahrlos:
- Funktioniert die Steckdose? Testen Sie sie mit einem anderen Gerät.
- Steckt der PC an einer Steckdosenleiste mit Schalter? Ist sie eingeschaltet?
- Viele Desktop-PCs haben an der Rückseite einen eigenen Schalter am Netzteil. Steht er auf „ein“?
- Sitzen alle Kabel fest, am Gerät und an der Steckdose?
- Beim Laptop: Schließen Sie das Netzteil an und warten Sie einige Minuten, bevor Sie es erneut versuchen. Leuchtet eine Ladeanzeige?
Bleibt der Rechner danach stumm, ist ein Defekt am Netzteil oder an der Elektronik wahrscheinlich. Das ist kein Fall zum Selbermachen.
Fall 2: Lüfter laufen, aber kein Bild
- Ist der Bildschirm eingeschaltet und auf den richtigen Eingang gestellt?
- Sitzt das Bildschirmkabel an beiden Enden fest? Haben Sie ein anderes Kabel zur Hand, probieren Sie es aus.
- Hat Ihr PC mehrere Bildschirmanschlüsse, etwa am Mainboard und an einer Grafikkarte? Dann gehört das Kabel in der Regel an die Grafikkarte.
Fall 3: Windows lädt nicht oder startet immer neu
Für diesen Fall hat Windows eine eigene Werkzeugkiste, die Windows-Wiederherstellungsumgebung. Laut Microsoft startet sie automatisch, wenn Windows mehrmals nicht ordnungsgemäß hochgefahren ist. Sie erkennen sie am Bildschirm „Automatische Reparatur“ oder an einem blauen Menü mit „Erweiterte Optionen“.
Die wichtigsten Werkzeuge darin, in der Reihenfolge, in der Sie sie versuchen können:
- Starthilfe: Sie sucht laut Microsoft automatisch nach häufigen Startproblemen, etwa beschädigten Systemdateien oder Fehlern in der Startkonfiguration, und repariert sie.
- Updates deinstallieren: Begann das Problem direkt nach einem Windows-Update, können Sie das zuletzt installierte Update hier wieder entfernen.
- Systemwiederherstellung: Sie setzt Systemdateien und Einstellungen auf einen früheren Wiederherstellungspunkt zurück. Laut Microsoft bleiben Ihre persönlichen Dateien dabei erhalten.
Fragt der Rechner nach einem BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, ist das Laufwerk verschlüsselt. Microsoft weist darauf hin, dass einige Werkzeuge diesen Schlüssel benötigen. Laut Microsoft ist er häufig im Microsoft-Konto gespeichert, mit dem BitLocker aktiviert wurde, und lässt sich von einem anderen Gerät aus dort abrufen. Er kann auch ausgedruckt oder auf einem USB-Stick abgelegt worden sein. Der Microsoft-Support selbst kann einen verlorenen Schlüssel nicht wiederherstellen. Suchen Sie den Schlüssel deshalb in Ruhe heraus, statt das Gerät zurückzusetzen.
Fall 4: Bluescreen
Ein blauer Bildschirm bedeutet, dass Windows einen schweren Fehler festgestellt und angehalten hat. Microsoft beschreibt, dass unten auf dem Bildschirm ein Stoppcode steht, der hilft, die Ursache einzugrenzen. Fotografieren Sie den Bildschirm mit dem Smartphone, bevor der Rechner neu startet.
Was Sie dann tun können:
- Letzte Änderung rückgängig machen: Microsoft empfiehlt die Systemwiederherstellung oder die Starthilfe vor allem dann, wenn kurz vorher ein Update, ein neuer Treiber oder ein neues Programm installiert wurde.
- Neue Geräte abziehen: Haben Sie gerade einen Drucker, eine Dockingstation oder anderes Zubehör angeschlossen, ziehen Sie es ab und starten Sie neu.
- Abgesicherter Modus: Lässt sich Windows nicht normal starten, nennt Microsoft den abgesicherten Modus als Ausgangspunkt für weitere Schritte. Dort startet Windows nur mit dem Nötigsten.
- Updates und Treiber: Läuft Windows wieder, installieren Sie ausstehende Updates. Microsoft empfiehlt, Treiber zuerst über Windows Update zu aktualisieren.
Tritt der Bluescreen immer wieder auf, auch ohne erkennbare Änderung, kann ein Hardwarefehler dahinterstecken, etwa am Arbeitsspeicher oder am Datenträger.
Ihre Daten haben Vorrang
Bevor Sie zu größeren Schritten greifen, stellen Sie sich eine Frage: Gibt es eine aktuelle Sicherung meiner Dateien? Wenn nicht, sind Fotos, Dokumente und alles andere auf dem Rechner im Moment nur einmal vorhanden.
Die Option „Diesen PC zurücksetzen“ in der Wiederherstellungsumgebung bietet laut Microsoft die Wahl, persönliche Dateien zu behalten oder zu entfernen. Wählen Sie niemals „Alles entfernen“, solange Ihre Daten nicht gesichert sind. Das BSI rät außerdem, ohne Erfahrung nicht selbst mit Datenrettung zu experimentieren, weil man den Speicher dabei weiter beschädigen kann.
Wann Sie aufhören sollten
- Geräusche: Klackert, schleift oder piept der Rechner ungewöhnlich, schalten Sie ihn aus und lassen Sie ihn aus. Bei einer mechanischen Festplatte kann jeder weitere Startversuch Daten kosten.
- Geruch, Rauch, Funken: Trennen Sie das Gerät sofort vom Strom und schalten Sie es nicht wieder ein.
- Gehäuse und Netzteil: Öffnen Sie das Netzteil nicht. Auch Arbeiten im Inneren des PCs, etwa der Tausch von Bauteilen, gehören ohne Erfahrung in die Hände eines Fachbetriebs.
- Befehle aus dem Internet: Führen Sie keine Befehle in der Eingabeaufforderung aus, deren Wirkung Sie nicht verstehen. Manche Reparaturbefehle schreiben auf den Datenträger.
- Garantie: Ist das Gerät noch in der Garantie, fragen Sie zuerst den Hersteller, bevor Sie selbst Hand anlegen.
Wenn der Rechner kein Lebenszeichen gibt, der Bluescreen immer wiederkommt oder wichtige Daten ohne Sicherung auf dem Gerät liegen, lohnt sich ein Fachbetrieb, der Hardware und System prüft, bevor etwas verloren geht.
Quellen
- Microsoft Support: Windows-Wiederherstellungsumgebung
- Microsoft Support: Starthilfe
- Microsoft Support: Problembehandlung bei Bluescreen-Fehlern
- Microsoft Support: Ihren BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel suchen
- Microsoft Support: Beheben des Fehlers WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR
- BSI: Datenverlust – wie schütze ich mich?
Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
