Das Wichtigste in Kürze
Die 3-2-1-Regel ist eine einfache Faustregel für Datensicherungen: drei Kopien Ihrer wichtigen Daten, auf zwei verschiedenen Arten von Speicher, davon eine außer Haus. Zu Hause heißt das zum Beispiel: die Originale auf dem Laptop, eine Sicherung auf einer externen Festplatte und eine weitere in einem Cloud-Speicher oder an einem anderen Ort. Entscheidend ist, dass die Sicherung regelmäßig läuft, vom Gerät getrennt aufbewahrt wird und sich im Ernstfall auch zurückholen lässt.
Warum überhaupt sichern?
Daten gehen auf viele Arten verloren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt technische Defekte, Cyberangriffe und eigene Fehler. Dazu kommen Diebstahl, Sturz, Wasser und Feuer. Eine Sicherung ist die einzige Maßnahme, die in all diesen Fällen hilft. Wer gesichert hat, kann Fotos, Dokumente und Kontakte außerdem einfach auf ein neues Gerät übertragen.
Die 3-2-1-Regel erklärt
Die US-Behörde für Cybersicherheit CISA beschreibt die Regel so:
- 3 Kopien: Behalten Sie von jeder wichtigen Datei drei Exemplare, das Original und zwei Sicherungen.
- 2 verschiedene Speicherarten: Legen Sie die Kopien auf mindestens zwei unterschiedlichen Arten von Speicher ab, etwa eine externe Festplatte und einen Cloud-Speicher. So trifft ein und dieselbe Gefahr nicht alle Kopien gleichzeitig.
- 1 Kopie außer Haus: Bewahren Sie eine Kopie an einem anderen Ort auf als Ihre Wohnung.
Das BSI verwendet den Begriff nicht, empfiehlt aber dasselbe Prinzip: neben der Sicherung auf einem externen Speicher eine weitere Sicherung, etwa in der Cloud, und die Aufbewahrung räumlich getrennt vom Computer.
So sieht das zu Hause aus
Ein Beispiel für einen Haushalt mit Laptop und Smartphones:
- Original: Fotos und Dokumente auf dem Laptop und den Smartphones.
- Sicherung 1: eine externe Festplatte, auf die der Laptop regelmäßig sichert. Nach der Sicherung wird sie abgezogen und in einem anderen Raum aufbewahrt.
- Sicherung 2: ein Cloud-Speicher oder eine zweite externe Festplatte, die bei Verwandten oder im Büro liegt und gelegentlich getauscht wird.
Damit ist ein Defekt am Laptop ebenso abgedeckt wie ein Einbruch oder ein Wasserschaden, bei dem Laptop und Festplatte gleichzeitig betroffen sind.
Schritt für Schritt zur ersten Sicherung
Das BSI hat Anleitungen für Windows, macOS, iPhone und iPad, Android und Linux veröffentlicht. Die meisten Betriebssysteme haben ein Sicherungsprogramm eingebaut, sodass keine zusätzliche Software nötig ist. Die Grundschritte sind überall gleich:
- Festlegen, was gesichert wird: das ganze System oder nur ausgewählte Ordner wie Fotos, Videos und Dokumente.
- Speicher wählen: Er braucht genug Platz. Für eine Sicherung des ganzen Systems muss er laut BSI größer sein als der Speicher des Geräts.
- Sicherungsprogramm einrichten: zum Beispiel den Dateiversionsverlauf unter Windows oder Time Machine auf dem Mac.
- Nach der Sicherung trennen: Das BSI empfiehlt, das Speichermedium außerhalb des Sicherungsvorgangs vom Gerät zu trennen.
- Festen Rhythmus wählen: Da ständig neue Daten dazukommen, hilft ein fester Turnus, etwa jeden Sonntag.
- Getrennt aufbewahren: nicht direkt neben dem Computer.
- Gelegentlich prüfen: Das BSI rät, ab und zu zu kontrollieren, ob die Sicherung tatsächlich alle Daten enthält und lesbar ist. Holen Sie testweise eine einzelne Datei zurück.
Die Cloud als zweite Kopie
Ein Cloud-Speicher erfüllt bequem den Punkt „außer Haus“. Das BSI empfiehlt, vorher die Datenschutzbestimmungen des Anbieters zu prüfen und darauf zu achten, dass die Daten verschlüsselt übertragen und gespeichert werden.
Drei häufige Missverständnisse
„Meine Dateien liegen doch in der Cloud“
Ein Ordner, der zwischen Laptop und Cloud abgeglichen wird, ist eine Synchronisation, keine Sicherung. Das BSI weist darauf hin, dass sich bei einer solchen Spiegelung Löschungen und Dateifehler sofort auch auf die zweite Kopie auswirken. Löschen Sie eine Datei auf dem Laptop, ist sie kurz darauf auch in der Cloud weg. Viele Dienste haben einen Papierkorb und einen Versionsverlauf, aber nur für eine begrenzte Zeit.
„Die Festplatte hängt ja immer dran“
Eine Sicherungsfestplatte, die dauerhaft angeschlossen ist, kann vom selben Schaden getroffen werden wie das Original, etwa von einem Verschlüsselungstrojaner. Das BSI empfiehlt deshalb, Sicherungen nach dem Aktualisieren vom Gerät zu trennen und möglichst offline aufzubewahren.
„Das Smartphone sichert sich selbst“
Ob und was ein Smartphone sichert, hängt von den Einstellungen ab. Prüfen Sie in den Einstellungen, ob die Sicherung eingeschaltet ist und wann sie zuletzt gelaufen ist. Auch hier gilt die 3-2-1-Regel: Eine Sicherung beim Hersteller allein ist nur eine Kopie.
Wann Sie aufhören sollten
Bei der Einrichtung einer Sicherung kann man wenig kaputt machen, solange Sie nichts formatieren, auf dem Ihre einzigen Daten liegen. Fordert das Sicherungsprogramm dazu auf, die Festplatte zu formatieren, prüfen Sie vorher, ob sich darauf noch etwas befindet. Unsicher sind viele bei der Verschlüsselung der Sicherung: Ein vergessenes Passwort macht die Sicherung wertlos. Notieren Sie es an einem sicheren Ort, getrennt von der Festplatte.
Wenn mehrere Geräte in der Familie gesichert werden sollen, ein Netzwerkspeicher eingerichtet werden soll oder Sie die Sicherung verschlüsseln möchten und unsicher sind, lohnt sich ein Fachbetrieb, der die Sicherung einmal sauber aufsetzt und Ihnen zeigt, wie Sie sie prüfen.
Quellen
- CISA (US-Behörde für Cybersicherheit): Data Backup Options
- BSI: Datensicherung – Schritt für Schritt erklärt
- BSI: Back-up – Doppelt gesichert hält besser
- BSI: Umsetzungshinweise zum Baustein CON.3 Datensicherungskonzept (2022)
- BSI: Ich habe einen IT-Sicherheitsvorfall – Checkliste Technik (Abschnitt Backups)
Allgemeine Information, ersetzt keine Beratung im Einzelfall.
